Architektur und Kunst



Nach nur 18 Mo­naten Bau­zeit wurde das SCHO mit be­nach­bartem Gä­stehaus am 27. Juni 2009 ein­ge­weiht. Ein­ge­fasst von einem his­to­ri­schen Vier­kan­thof, eröffnet sich dem Be­su­cher nach Süden hin ein weiter Aus­blick in das an­gren­zende Naturschutz­ge­biet. Im Vorfeld des Bauvorhabens wurde ein Ideenwettbe­werb aus­ge­schrieben. Der Ent­wurf des Ar­chi­tek­tur­büros Hahn Helten & As­so­zi­ierte Ar­chi­tekten GmbH Aa­chen konnte über­zeugen. Er greift den Wandel in der Lern- und For­schungs­kultur auf, der be­son­dere Anforderungen an die bauliche Um­set­zung von Bil­dungs­ein­rich­tungen stellt. Die Ar­chi­tektur des SCHO ist auf­fällig. Viele kleine und große Fa­cetten schaffen ein be­son­deres Raum­ge­fühl. Die wich­tigsten Aspekte der Ar­chi­tektur – das ener­ge­ti­sche Kon­zept, in dem auch der Um­gang mit dem Ta­ges­licht eine wich­tige Rolle spielt – werden durch die Kuns­t­in­stal­la­tion „Licht­spi­ralen“ der Aa­chener Künst­lerin An­nette Sau­er­mann im Forum zum sinn­lich wahr­nehm­ba­rem Er­lebnis. Die Lichtin­stal­la­tion rückt das ein­fal­lende Ta­ges­licht, wel­ches durch He­lio­state in das Bau­werk ge­leitet wird, ins Zen­trum der Auf­merk­sam­keit. In drei ver­schieden hohen Spi­ralen wird der Licht­ein­fall op­tisch ge­fasst. Das in die Spi­ral­ele­mente ein­ge­strahlte weiße Ta­ges­licht wird als fluo­res­zie­rende grün leuch­tende Kontur sichtbar in den Raum um­ge­lenkt, ab­ge­strahlt und ge­spie­gelt. An son­nigen Tagen er­scheinen runde oder ovale Licht­fle­cken, in denen Pro­jek­tionen von Spiralaus­schnitten ständig sich ver­än­dernde Licht­zei­chen auf die Wände und den Boden „zau­bern“. Durch Wind und Wolken, die kurz­zeitig die Direkteinstrah­lung un­ter­bre­chen, wird dieser Pro­zess als le­ben­diges Ge­schehen er­lebbar: die na­tür­li­chen Ver­än­de­rungen au­ßer­halb des Bau­werks werden ins In­nere trans­por­tiert. Die Spi­rale ist ei­ner­seits Symbol für Ent­wick­lung und Wachstum, an­de­rer­seits taucht sie in der For­schung als DNA aber auch in vielen an­deren For­schungs­zu­sam­men­hängen immer wieder auf. Die In­stal­la­tion kann – je nach Standort des Be­trach­ters – ebenso als raum­bil­dende Struktur erscheinen, wie auch als dy­na­mi­sche Licht­linie und wirkt so mal wie eine Zeichnung im Raum, mal wie eine Skulptur.